
Landwirtschaft ist weit mehr als nur ein Beruf – sie ist ein Lebensstil voller Geschichten. In unseren „Hofgeschichten“ nehmen wir Dich direkt mit auf den Betrieb. Wir zeigen dir ungeschönte, authentische Einblicke in die Vielfalt des Landlebens – kurz, informativ und direkt vom Hof.

Ob Vogelgrippe, Schweinepest oder Blauzungenkrankheit: Tierseuchen sind zu einem relevanten Thema in der Landwirtschaft geworden. Und zu einer Dauersorge, wie Alexander Tenkmann betont. „Ich sehe die Situation sehr kritisch“, sagt der 28-jährige Landwirt. Er betreibt auf dem Hof seiner Familie in Horstmar-Leer Schweinemast, Hähnchenmast und Ackerbau – und hat sich schon frühzeitig mit dem Thema Biosicherheit auseinandergesetzt. Welche konkreten Maßnahmen dafür sinnvoll und wirksam sind, erklärt Dr. Anna Fellmann, Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts des Kreises Steinfurt, bei einem Besuch des Betriebs.

„Wir müssen das Verständnis für unseren Beruf in der Gesellschaft wieder viel mehr vertiefen!“ Man merkt Andreas Westermann schnell an, dass sein Engagement weit über seinen Hof in Ennigerloh im Kreis Warendorf hinausgeht. Dort stehen vor allem die Schweineaufzucht und Schweinemast im Mittelpunkt, ergänzt durch Ackerbau. Der 51-jährige Diplom-Ingenieur Agrar (FH) kann dabei auf eine lange Tradition der Hofstelle zurückblicken: Seine Familie bewirtschaftet den Betrieb in der Bauernschaft Beesen bereits seit Jahrhunderten, die erste Erwähnung des Standorts datiert aus dem Jahr 1384. Vielleicht ist Landwirt für ihn auch deshalb „mehr als ein Beruf – sondern eine Berufung mit viel Leidenschaft.“

Erst langanhaltende Dürreperioden, dann Starkregenereignisse mit Überschwemmungen: In den vergangenen Jahren war Wasser für Bernhard Ridder immer wieder ein Thema, um das er sich intensiv kümmern musste. Der 41-jährige Landwirt betreibt auf seinem Hof bei Borken im Westmünsterland Bullenmast, Hähnchenmast und Ackerbau. „Wasser ist das wichtigste ‚Grundnahrungsmittel‘ für die Tiere und Pflanzen“, betont er. Seit dem Frühjahr 2025 nimmt er an einem Pilotprojekt teil, das ihm in Zusammenarbeit mit dem Projektkoordinator Carsten Bohn ein effizientes und nachhaltiges automatisiertes Wassermanagement ermöglicht. Und davon profitieren nicht nur seine Tiere und Pflanzen, sondern die ganze Region.

Oft wird Landwirtschaft mit intensiver Flächennutzung in Verbindung gebracht. Doch Landwirtinnen und Landwirte leisten vielerorts einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. „Landwirtschaft ist auch immer Teil der Lösung“, sagt Landwirtin Regina Böckenhoff aus Dorsten, die sich ehrenamtlich als Vorsitzende für den WLV-Kreisverband Recklinghausen engagiert. Das Projekt „Natur de Buur“, für das sie sich einsetzt, setzt gezielt passgenaue Maßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben um, die natürliche Lebensräume schaffen und vernetzen. In dieser Hofgeschichte zeigen wir Dir Beispiele von drei Höfen und wie vielfältig Artenschutz in der Landwirtschaft aussehen kann: von der Blühfläche mit Insektenwall über den gestuften Waldrand bis hin zum artenreichen Dauergrünland.

Philipp Beckhove bewirtschaftet einen vielseitigen landwirtschaftlichen Betrieb mit den Standbeinen Ackerbau, Schweine- und Hähnchenmast, Forstwirtschaft sowie erneuerbare Energien in Senden. Seit etwa drei Jahren setzt er zunehmend auf innovative Technologien und hat Künstliche Intelligenz (KI) in seine Hähnchenmast integriert. „Die KI erlaubt uns, die Tierhaltung präziser zu überwachen und gezielter auf Veränderungen zu reagieren. KI verbessert das Tierwohl und unsere Effizienz im Betrieb.“

Louise Niehues betreibt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Mannes eine innovative Fischzucht in einer geschlossenen Kreislaufanlage mitten im Münsterland. Seit 2023 züchtet die 39-jährige Mutter von drei Kindern Wolfsbarsche, die sie an die regionale Gastronomie und über einen Hofverkauf vermarktet. „Die Kreislaufanlage erlaubt uns, Fische nachhaltig und ressourcenschonend zu halten. So können wir regionale Meeresfische anbieten, die mit keinem anderen Fisch vergleichbar sind – kaum CO2-Emissionen, kein Mikroplastik und frisch.“

Henning Cloer betreibt einen Ferkelaufzucht- und Schweinemastbetrieb, in dem er Ferkel bis zur Schlachtreife aufzieht. Das Besondere an seinem Betrieb: Er hat vor zwei Jahren begonnen, zwei seiner Ställe auf das sogenannte Xaletto-System umzustellen. „Diese Art der Strohhaltung verknüpft die älteste Art der Tierhaltung, also auf Stroh mit modernster Technik, zum Teil KI-gesteuert.“ Sie erhöht das Tierwohl, reduziert Emissionen und mindert den Verbrauch von Futter und Wasser.

Eigentlich ist der 20-jährige Niklas Schenke als angestellter Landwirt in Bielefeld tätig. Doch zurzeit befindet er sich am anderen Ende der Welt: in Neuseeland. Auf der Südinsel macht er ein sechsmonatiges Praktikum auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Schafzucht, Ackerbau und Gemüsevermehrung. Über den Tellerrand der deutschen Landwirtschaft hinauszublicken, das war der Grund für seine Entscheidung, das Praktikum anzutreten: „Ich wollte schon immer ins Ausland zum Arbeiten, um neue Menschen und andere Arbeitsweisen kennenzulernen“, sagte er vor seiner Abreise aus Deutschland. Inzwischen ist er bereits mehrere Monate in Neuseeland und berichtet von seinen Erfahrungen.

„Gerade in den ländlichen Gebieten spielen die Landwirte eine wichtige Rolle in den Ehrenämtern – egal ob Schützenverein, Feuerwehr oder auch dem WLV ("Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.)“, erzählt Andreas Puckert. Der 51-jährige betreibt mit seiner Familie einen Hof in Saerbeck im Münsterland, auf dem drei Generationen zusammenleben. Sein ehrenamtliches Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr Saerbeck ist ebenfalls Familiensache: „Mein Vater war dort auch schon aktiv, die Faszination für Technik und große Autos habe ich von ihm“, sagt er. Kein Wunder also, dass seine beiden Söhne inzwischen ebenfalls bei der Brandbekämpfung dabei sind.

„Die Arbeit in der Landwirtschaft hat ihren besonderen Reiz: Kein Jahr ist wie das andere“, so der 35-jährige Felix Wierling aus Ottmarsbocholt. Doch im Anbaujahr 2022/23 haben die Wetterbedingungen den Getreideanbau des Landwirts vor besondere Herausforderungen gestellt: Nach einem sehr trockenen Herbst, in welchen die Aussaat des Winterweizens gefallen ist, folgte ein nasser Winter, ein trockener Frühling und dann wiederum ein sehr nasser Sommer. „Gegen das Wetter sind wir machtlos, aber mit gewissen Mechanismen können wir reagieren“, erzählt er. Auf einer Teilfläche von gesamten 55 Hektar Ackerland hat er auch dieses Jahr wieder Winterweizen angebaut und musste sich, wie viele andere LandwirtInnen auch, Wetterextremen und daraus resultierenden Herausforderungen stellen.

„Hafer ist ein richtiger Alleskönner!“ Victoria Görlich vom Hafergut Görlich in Bünde gerät ins Schwärmen, wenn sie über das Kernprodukt ihres Hofes spricht. Und das aus gutem Grund: Hafer ist sehr gesund für Mensch und Tier und lässt sich zu vielfältigen Produkten verarbeiten. Gleichzeitig gilt er auch als ‚Gesundungsfrucht‘ für den Boden, denn er hat wenig Ansprüche an den Boden, braucht kaum Pflanzenschutz und kommt mit den klimatischen Anforderungen in Deutschland gut zurecht. „Dennoch importieren wir 70 % unseres Hafers aus dem Ausland. Warum machen wir das? Wir können den Hafer hier anbauen und direkt essen und müssen ihn nicht aus dem Ausland holen.“

Ackerbau und Tierhaltung – das assoziieren die meisten Menschen mit Landwirtschaft. Doch landwirtschaftliche Betriebe gehören auch zu den wichtigsten Produzenten erneuerbarer Energien. Denn Landwirtinnen und Landwirte haben früh die vielfältigen Möglichkeiten ihrer Betriebe erkannt, aktiv zur Energiewende und zum Klimaschutz beizutragen. Mit unserer Hofgeschichte zeigen wir, wie Landwirtschaft und Energiewirtschaft zusammenwirken.

Getreide, Mais, Zuckerrüben und Ackergras. Dazu Kälber, Hähnchen und Photovoltaikanlagen – Stephan Wesselers Mehrgenerationenhof ist breit aufgestellt. „Ich lege viel Wert darauf, dass wir ein vielschichtiger Betrieb sind, um im Jetzt und in der Zukunft gut arbeiten und hochwertige Lebensmittel erzeugen zu können.“ Auch ein Nischenprodukt gehört zu seinem Betriebskonzept: Er gab seine Schweinemast auf und stellte auf Kälbermast um. „Wir wollten uns spezialisieren. Mit Kalbfleisch aus Deutschland zu hohen Tierwohl- und Qualitätsstandards besetzen wir eine Nische.“

Die heißen Dürreperioden der letzten Sommer erschwerten das Wachstum vieler Kulturpflanzen. Insbesondere Getreide hat unter der Bodentrockenheit gelitten. „Schon seit mehr als zwei Jahren überlegen wir, welche klimaverträglichen Kulturen wir auf unseren leichten Standorten anbauen können“, sagt die 24-jährige Landwirtin Katharina Hilbert aus Isendorf. Ölkulturen wie Sonnenblumen und Körnerhanf brauchen nur wenig Wasser, doch sie werden bisher nur als Nischenprodukt in Deutschland angebaut. Speiseöle werden hauptsächlich importiert, wie zum Beispiel Sonnenblumenöl aus der Ukraine. Der Ausbruch des Ukraine-Konflikts und die Knappheit von Sonnenblumenöl bestätigten Katharina Hilbert und ihren Freund Jan Wortmann deshalb in ihrem Entschluss, heimische Speiseöle zu produzieren: „Mit dem Ukraine-Konflikt hat sich wieder einmal gezeigt, wie wichtig eine regionale Versorgung ist.“

Der Sandsteinhof in Havixbeck hat eine lange Tradition: Seit über hundert Jahren wird er von der Familie Kückmann bewirtschaftet. „Ich bin in die Landwirtschaft und in diesen Hof hineingeboren“, so André Kückmann. Dieses Erbe in Zeiten großer Umbrüche in die Zukunft zu tragen, das ist nun seine Aufgabe und Leidenschaft. Viel hat sich bereits verändert, seit er den elterlichen Hof übernahm.

Als Jochen Kanders 2006 den elterlichen Hof in fünfter Generation übernahm, kümmerte er sich neben dem Ackerbau um Schweine und Kühe, typische Nutztiere eines landwirtschaftlichen Betriebs. Heute gibt es kein Großvieh mehr auf dem Welleshof – dafür tausende von Insekten und anderen Wildtieren. „Unsere Bienenweiden sind Heimat für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten. Sie sind auch Deckung, Brutplatz und Nahrungsquelle zahlreicher anderer Tiere wie Hasen, Fasan, Rebhuhn und Feldlärche.“ BürgerInnen biete er an, Patenschaften für die Weiden zu übernehmen und somit die Biodiversität um seinen Hof zu unterstützen.

Deutschland will bis spätestens 2050 klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es nicht nur staatliche Initiativen, sondern auch das Engagement vieler BürgerInnen. Eine von ihnen ist Landwirtin Theresa Ungru. Einerseits ist sie Landwirtin, andererseits ist sie Co-Geschäftsführerin zweier Windparks und setzt sich für erneuerbare Energien ein: „Wir alle benötigen Strom, doch wir müssen weg von den fossilen Brennstoffen, nur so können wir dem Klimawandel begegnen, nur so kann unsere Gesellschaft weiter bestehen bleiben..“

Seit 35 Jahren ist Georg Schulze Dieckhoff Landwirt. Seinen Beruf, zusammen mit einem landwirtschaftlichen Betrieb im Münsteraner Stadtteil Sprakel, hat er von seinem Vater geerbt. Und genauso gibt er diesen nun an seinen Sohn weiter. Mit mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung in der Landwirtschaft ist Georg Schulze Dieckhoff bewusst, dass der Klimawandel die größte Herausforderung unserer Zeit ist und dass er nicht tatenlos zuschauen kann. „Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas für das Klima zu tun, denn ich möchte einen Betrieb weitergeben, der zukunftsfähig ist und den mein Sohn weiter bewirtschaften kann.“

Eins steht fest: Pflanzen müssen gedüngt werden, sonst wächst auf dem Acker nichts, aber wenn Landwirt Hugo Hölken seinen Acker düngen will, geht sein erster Weg nicht zur Güllegrube – sondern zum PC. Denn seit etwa 13 Jahren setzt er zunehmend auf digitale Technologien, um seine Anbaumethoden zu optimieren und die Umwelt zu schonen. Erst nachdem er die Bedarfe seines Ackers berechnet hat, geht es Richtung Acker.

Kreislaufwirtschaft in der Region – die Zuckerrübe in der Aachener Region. Ob Kuchen, Marmelade oder Schokolade – viele süße Speisen gäbe es nicht ohne eine wichtige Zutat: Zucker. Und Zucker gäbe es nicht ohne den Anbau von Zuckerrüben. Zuckerrüben wiederum bringen nur dann gute Erträge, wenn ihre Bodenansprüche erfüllt sind und eine ausgeglichene Düngung erfolgt. Die Nährstoffe für den Boden liefert wiederum die regionale Zuckerfabrik. „Hier in der Aachener Region bauen wir Zuckerrüben regional und im Kreislauf an. Die Zuckerrübe wird zu lokalen Unternehmen gefahren und vollständig verwertet“, erzählt Landwirt Bernd Kockerols, der auf seinem Familienbetrieb Zuckerrüben anbaut.

Edamame – die noch unreif geerntet Sojabohne ist inzwischen eine der bekanntesten Vertreterinnen in der Familie der Hülsenfrüchte. Und hat einen festen Platz im Anbauplan von Benedikt Sprenker. Dabei ist Edamame nur eine von verschiedenen Hülsenfrüchten, die der Landwirt zusammen mit seiner Familie anbaut: Neben Acker- und Sojabohnen für die Tierfütterung gehören verschiedene Arten von Garten- und Buschbohnen zum Kernsortiment des Hofes. „Wir nutzen etwa 15% unserer Anbauflächen für Hülsenfrüchte – das ist vergleichsweise viel“, erzählt Benedikt Sprenker. Denn für ihn haben die Bohnen viele Vorteile.

Schweinezucht, Ackerbau mit Getreide und ein wenig Damwild – bis vor zwei Jahren entsprach Ulrich Averbergs Hof einem ziemlich klassischen landwirtschaftlichen Betrieb in Deutschland. Dann hörte der gelernte Landwirt aus Ahlen einen Vortrag über Mikroalgen, die vor allem in Asien, aber inzwischen weltweit als Superfood gehandelt werden: „Ich war spontan von der Idee infiziert. Mikroalgen sind wahre Wunderwerke der Inhaltsstoffe: gesund, nachhaltig und regional. Und sie sind ein ganz neuer Markt, den wir uns erschließen können.“

Ca. 4.000 verschiedene Zuchtstämme Weizen baut Erich Gussen derzeit auf seinem Betrieb an – das sind deutlich mehr, als ein klassischer Landwirtschaftsbetrieb es tun würde. Doch Erich Gussen baut das Getreide nicht für den Verbrauch an, sondern zu Forschungszwecken: „Ich arbeite mit Züchtern von neuem Saatgut zusammen und mache hier auf meinem Acker in Jülich Feldversuche. Ich teste, wie ertragreich, krankheitsresistent und vorzüglich neue Kreuzungen sind.“

Die langen Trockenperioden der letzten Jahre sind eine besondere Herausforderung für alle Landwirte. Für Heinrich Große Liesner aus Stadtlohn war die Trockenheit ein Aufruf, sich auf neue Weise mit seinem Acker zu beschäftigen: „Durch den Wassermangel sind Schwächen in unserer Bewirtschaftung aufgedeckt worden, die sonst vielleicht nicht so ins Gewicht gefallen wären. Also sind wir angefangen, uns umzustellen und bearbeiten nun den Boden anders.“

Hildegard Hansmann-Machula ist gelernte Land- und Forstwirtin. Lange galt ihre Leidenschaft primär der Landwirtschaft auf dem elterlichen Hof und die Forstwirtschaft war eher ein Nebenzweig des Betriebs. Die Nacht des 18. Januar 2007, als Sturm Kyrill 11 Hektar ihres Waldes vernichtete, veränderte ihre Einstellung jedoch grundlegend: „Wir haben gemerkt, wie sehr uns der Wald am Herzen liegt. Das war ein sehr emotionaler Moment.“ Am nächsten Morgen hieß es deshalb für die Forstwirtin und ihren Mann: Ärmel hochkrempeln und den Wald wieder aufbauen.

Als Bankkauffrau mit einem BWL-Studium wirkt Christina Ingenrieths Lebenslauf nicht als der Prototyp für eine Karriere in der Landwirtschaft. „Ich sehe mich als Unternehmerin im landwirtschaftlichen Wirtschaftssektor“, sagt die 28-Jährige. Neben der Erzeugung schmackhafter Lebensmittel sieht sie ihre Aufgabe auch darin, Aufklärungsarbeit dafür zu leisten, wie landwirtschaftliche Betriebe operieren und wie sie Unternehmen in anderen Sektoren ähneln.

Seppenrade liegt im Herzen des Münsterlandes und ist bekannt für seine facettenreiche Parklandschaft, die unter Radfahrern sehr beliebt ist. Seppenrade ist auch Heimat vieler landwirtschaftlicher Betriebe, die mitten in dieser Parklandschaft liegen.
„Die meisten Menschen sehen unsere Betriebe nur von außen. Wir wollten die Gelegenheit nutzen und den Menschen zeigen, was tatsächlich dahinter passiert.“
Zusammen mit anderen Landwirten initiierte Marcus Engbert deshalb das Projekt „Landwirtschaftlicher Informations-Radweg“ (LIRW), um Radfahrern Einblicke in die die moderne Landwirtschaft zu geben.

Ein langer Tag geht für Alex Kleuter und seine Familie zu Ende. Ab morgen soll es regnen und die Maisernte musste noch vor dem nächsten Schauer eingefahren werden. Trotz der vielen Stunden ist er zufrieden: „Gerade, weil wir im Team mit mehreren Leuten zusammenarbeiten, macht das einfach richtig Bock.“
Zusammen mit seinen Eltern bewirtschaftet Alex Kleuter einen Hof in der Nähe von Lüdinghausen. Den Hof bezeichnet der studierte Junglandwirt als „typisch münsterländischen Gemischtbetrieb“ mit Bullen- und Schweinemast und einer Biogasanlage.

Dirk Schulte-Uebbing betreibt seinen Hof im Nebenerwerb – denn für ihn bedeutet die Arbeit in der Landwirtschaft Freude und Ausgleich zu seinem Hauptberuf als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Trotz seiner beruflichen Auslastung findet er Zeit für vielfältige Veränderungen auf seinem Hof – denn seine Familie und er haben eine Vision.

Christian Schulze Topphoff ist müde, aber glücklich: In der Nacht ist ein gesundes Stutfohlen auf dem Hof geboren. Während der Rest der Herde den Neuankömmling neugierig aus der Entfernung beäugt, versteckt sich das Fohlen noch hinter der Mutter. Von Januar bis Juli ist Fohlenzeit auf dem Pferdehof Schulze Topphoff in Telgte: Bis zu 15 Fohlen kommen hier pro Jahr zur Welt und sorgen für Wirbel in der Kinderstube.

Wie sieht die Qualitätskontrolle bei der Erdbeerernte aus? Ganz einfach: Man probiert sie – und zwar täglich, sagt Andreas Engemann lachend. Zusammen mit seinem Bruder Klaus, ihrer beider Familien und einigen Mitarbeitern bewirtschaftet er einen Biolandhof in Eissen. Neben Erdbeeren baut der Familienbetrieb auch Gemüse, Getreide, Leguminosen und andere Obstsorten an. Doch zur Zeit sind die „Roten Wochen“ – die Erdbeerernte erreicht ihren Höhepunkt.

Seit einiger Zeit boomen regionale Lebensmittel. Doch für Christoph Vienenkötter und seine Familie ist die regionale Direktvermarkung keine neue Strategie, sondern ein Konzept, nachdem sie seit 50 Jahren arbeiten.
„Schon mein Opa fuhr 1970 mit Trecker und Anhänger durch die Siedlung und verkaufte Kartoffeln und Eier direkt an die Haushalte“, erzählt der 27-Jährige. Enkelsohn Christoph und sein Vater haben das Konzept immer weiter ausgebaut, jedoch ohne die Transportwege zu erhöhen. Heute beliefert der Familienbetrieb rund 1.500 Privathaushalte, 27 Supermärkte, zudem Bäckereien, Gaststätten und Wochenmärkte – und alles im Umkreis von maximal 40 km und ohne Großhändler.

Für Michael Eickhoff sind seine Rinder ein Teil der Familie. Auch der Rest seiner menschlichen Familie sieht das so und verbringt eine Menge Zeit im Stall, auf der Weide oder bei einem gemeinsamen Spaziergang zum Grasen. Mit einer kleinen Herde von etwa 14 Tieren, die fast alle auf dem eigenen Hof geboren sind, kennt Michael jedes Tier sehr gut. Und auch die Tiere kennen ihre Besitzer und freuen sich sichtlich über jeden Besuch.

"Mit den Tieren in und mit der Natur zu arbeiten – was Schöneres gibt es einfach nicht.“ Das ist ein Satz, den Heinz Terstriep immer wieder sagt. Und den er täglich lebt, denn er weiß, dass es nur „schön“ ist, wenn es Natur, Mensch und Tier gut geht. Wenn die Beziehungen stimmen und jeder sich wohlfühlt: die Tiere, seine Familie und die angestellten Mitarbeiter, die unmittelbaren Nachbarn und die Natur.

Was zeichnet einen guten Weihnachtsbaum aus? Darauf kennt Dietmar Renfert-Deitermann nur eine Antwort:
Er muss aus der Region kommen und frisch geschlagen werden. Denn nur so verströmt er seinen typischen Geruch und bleibt über mehrere Wochen frisch und grün. Darauf weist er mit seiner hofeigenen „Münster-Tanne“ hin, bei der es sich nicht um eine eigenständige Tannenart handelt, sondern eben Tannen von seinem Münsteraner Hof.

Bis ins Jahr 1365 lassen sich die Wurzeln des landwirtschaftlichen Familienbetriebs Austermann zurückverfolgen. Inzwischen ist Johanna Austermann für die Leitung verantwortlich und hält alle Fäden zusammen. Damit alles läuft, packt die ganze Familie mit an – Ehemann, Mutter, Vater, Bruder und natürlich Johanna selbst. Sie alle haben ihre ganz eigenen Spezialgebiete auf dem Hof.
Als Gemüsebäuerin und Köchin führt Johanna die Familiengeschichte fort und setzt dabei auch im Bereich Social Media ganz neue Akzente. Die Leckereien, die sie aus Gemüse herstellt, gibt es im eigenen Hofladen zu probieren. Fotos und Rezepte postet sie auf Facebook und Instagram. Damit zeigt sie, wie vielfältig Gemüse sein kann.

Rund 300 Tiere hält Katharina Leyschulte auf ihrem Hof. Da jedes Tier mehrere Jahre auf ihrem Hof verbringt, kennt Katharina jede Kuh persönlich und weiß um ihre Eigenheiten und Vorlieben.
„Ich könnte über jede ein Buch schreiben“, sagt sie und lächelt über so manche Geschichte, die sie zusammen mit ihren Tieren erlebt hat.
2015 haben die Familien Leyschulte und Steer einen neuen, modernen Kuhstall erbaut. Mehr Licht, Luftzufuhr und Auslaufmöglichkeiten bietet dieser den Tieren – „höchster Komfort nach den neusten Standards.“
Zudem überwacht die Familie Leyschulte die Gesundheit der Tiere kontinuierlich – wichtige Hinweise, ob sie sich wohlfühlen. Moderne Technologien wie eine „Fitbit“ am Fuß der jeder Kuh und täglichen Messungen am Melk- und Futterstand unterstützen sie in der Versorgung der Kühe.

Cornelia Langreck liebt die Landwirtschaft und ihre Themen. Für sie steht keine andere Branche so sehr für Nachhaltigkeit und Verbundenheit mit der Natur. Neben der Arbeit auf dem eigenen Hof mit Schweinemastbetrieb ist sie deshalb auch als Landfrau, Öffentlichkeitsarbeiterin und Bloggerin tätig, um genau über diese Themen zu sprechen und zu schreiben.
Den landwirtschaftlichen Alltag verbringt Cornelia Langreck meist auf dem Hof, im Stall oder auf dem Feld. Unterwegs ist sie aber auch im Internet, auf politischen Veranstaltungen, in Schulen und Verbänden – meist ehrenamtlich. Als Verbraucherin und Erzeugerin ist sie, wie kaum eine andere dafür prädestiniert, über Lebensmittel zu sprechen und den Dialog mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu suchen. „Ich liebe den Umgang und die Kommunikation mit den Menschen. Es freut mich sehr, dass meine Familie mich unterstützt und mir den Rücken freihält.“