Tierwohl-Label: Fleisch aus artgerechter Haltung kaufen

Für viele Verbraucher wird das Thema Tierwohl immer wichtiger. Verschiedene Label zeigen Dir beim Einkauf von Fleisch, wie das Tier gehalten wurde. Durch Dein Konsumverhalten kannst Du also bestimmte Haltungsformen unterstützen und somit zum Tierwohl beitragen. Wir zeigen Dir, welche Labels es gibt und nach welchen Kriterien sie vergeben werden.

Kein staatliches Tierwohl-Siegel

Bisher sind alle Kennzeichen und Siegel zum Tierwohl freiwillig und werden über verschiedene Verbände und Initiativen organisiert. Eigentlich sollte 2021 im Bundestag ein Gesetz für ein staatliches Tierwohl-Label verabschiedet werden, doch inzwischen steht fest, dass die Politik in dieser Legislaturperiode keine Abstimmung mehr zum staatlichen Siegel für Tierwohl tätigen wird. Es gibt inhaltliche Kritik an den Kriterien des Tierwohl-Siegels, zudem ist die Durchsetzung auch europarechtlich problematisch. Auf EU-Ebene wird ebenfalls über ein europaweites Kennzeichen zum Tierwohl diskutiert.

Label der Initiative Tierwohl für Fleischprodukte

Das am weitesten verbreitete Label für Fleisch aus tiergerechter Haltung stammt von der Initiative Tierwohl. Die Initiative Tierwohl wurde 2015 gemeinsam von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Lebensmittelhandel und Gastronomie gegründet. Das Label kennzeichnet die verschiedenen Haltungsformen von Tieren und ist auf der Verpackung von Fleischprodukten angebracht.

Die Teilnahme an der Initiative ist freiwillig. Teilnehmende Landwirte verpflichten sich darin freiwillig, Maßnahmen zum Tierwohl über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus durchzuführen. Die Einhaltung der Kriterien wird durch externe Auditoren mindestens einmal pro Jahr in angekündigten und unangekündigten  Hofbesuchen kontrolliert.

Das Tierwohl Label der „Initiative Tierwohl“ wurde zunächst für Schweine und Geflügel (also Puten und Hühner) entwickelt, für andere Tierarten wie Rinder sollen zukünftig eigene Kriterien entwickelt werden.

Andere Label für Tierwohl

Neben dem Label der Initiative Tierwohl gibt es weitere Verbände und Vereine, die Siegel entwickelt haben, um das Wohl und die Gesundheit von Nutztieren über die gesetzlichen Vorgaben hinaus zu schützen.

Bio-Siegel:

Das Bio-Siegel ist kein klassisches Tierwohl-Siegel, doch die Richtlinien für Bio-Betriebe sehen generell strenge Kriterien für die Tierhaltung vor. Die Anforderungen für das Bio-Siegel umfassen nicht nur die Haltung und Futtererzeugung, sondern reglementieren auch die maximalen Transportwege der Tiere und die Schlachtung.

NEULAND:

Die Marke NEULAND, die gleichzeitig auch als Label fungiert, steht für Qualitätsfleisch aus tiergerechter Haltung. Zur Produktion des Fleisches arbeitet die Marke mit Landwirten, Schlachtbetrieben und Fleischereien zusammen. Tiere von NEULAND-Höfen haben Auslauf und ein großzügiges Platzangebot. Die Nutzung von importiertem, gentechnisch veränderten Futter ist nicht erlaubt.

Für mehr Tierschutz:

Der Tierschutzbund hat 2013 ein eigenes, zweistufiges Label zum Tierschutz unter dem Namen „Für mehr Tierschutz“ eingeführt. Die erste Stufe, die mit einem Stern gekennzeichnet ist, garantiert den Tieren mehr Platz, artgerechte Beschäftigung und kurze Transportwege zum Schlachthof. Die höhere, mit zwei Sternen gekennzeichnete Stufe erhöht den Tierschutz weiter. So ist Auslauf im Freiland und mehr Platz pro Tier inbegriffen.

Fleisch aus tiergerechter Haltung im Einzelhandel

Immer mehr Supermarktketten und Einzelhändler haben Lebensmittel im Angebot, die eines der genannten Tierwohl-Label tragen. Achte bei Deinem nächsten Einkauf auf die Verpackungen und trage mit Deinem Einkauf zum Wohl der Nutztiere bei.

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