Landwirtschaftliche Nutzflächen bringen nicht nur Nahrungsmittel hervor, sondern binden auch große Mengen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) im Boden. In Deutschland sind das pro Jahr etwa 2,4 Milliarden Tonnen CO2. Damit spielen die Böden der Landwirtschaft eine wichtige Rolle im Klimaschutz. Die verschiedenen Böden unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit das Treibhausgas aufzunehmen. In folgenden Beitrag erklären wir, warum Böden sich als CO2-Speicher eignen und welche Unterschiede es gibt.

Mithilfe von Photosynthese entnehmen Pflanzen Kohlenstoffdioxid aus der Luft und spalten es auf. Dabei geben sie Sauerstoff an die Atmosphäre ab und speichern Kohlenstoff in ihren Pflanzen oder Wurzeln. Wenn die Pflanze (oder ein Teil von ihr) abstirbt, fällt sie zu Boden und wird dort von Mikroorganismen und Bodentieren zersetzt. Hierdurch gelangt der Kohlenstoff in den Boden und wird in den oberen Erdschichten, vor allem im Humus, gespeichert. So kann der Boden dauerhaft große Mengen CO2 aufnehmen und binden.

Moorböden gehören zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern im Boden. In bis zu zwei Meter tiefen Moorböden sind bis pro Hektar bis zu 1.024 Tonnen organischer Kohlenstoff – das zeigt eine Untersuchung des Thünen-Instituts zur Bodenzustandserhebung in der Landwirtschaft (2023). Ob dieser Kohlenstoff gespeichert bleibt oder freigesetzt wird, hängt entscheidend vom Wasserstand ab. Dauerhaft nasse Moore halten den Kohlenstoff im Boden fest. Wird ein Moor jedoch entwässert, etwa für landwirtschaftliche Nutzung, zersetzt sich der Torf an der Luft – und der gespeicherte Kohlenstoff wird in Form von CO₂ freigesetzt.

Es gibt zwei Gründe, warum Ackerböden weniger Kohlenstoffdioxid speichern als andere Nutzflächen. Zum einen werden Pflanzen auf Ackerböden mit dem Ziel angebaut, irgendwann geerntet zu werden. Hierdurch bleibt nur ein kleiner Teil der Pflanzen auf dem Acker zurück, wodurch weniger Kohlenstoff in den Boden gelangen kann. Auf dem Grünland hingegen bleiben alle Pflanzenreste erhalten und werden durch Mikroorganismen nach und nach zersetzt. So kann mehr Kohlenstoff in den Boden gelangen und dort eingelagert werden.
Zum anderen verändern Ackerbaumethoden, wie Pflügen oder Düngen, die Zusammensetzung der Humusschicht. Dies kann dazu führen, dass Teile des gespeicherten CO2 wieder an die Atmosphäre abgegeben werden.

Aufbau und Pflege von Humus sind wichtige Ansatzpunkte, um die Bindung von Kohlenstoff im Ackerboden zu erhöhen. Dabei haben sich verschiedene landwirtschaftliche Methoden bewährt, die den Acker zu einem noch effizienteren CO2-Speicher machen:




Obwohl Wälder forstwirtschaftlich genutzt werden, sind sie keine klassischen Nutzflächen.
Abgestorbene Blätter fallen zu Boden und werden zersetzt, wodurch Waldböden eine besonders hohe CO2-Konzentration aufweisen. Auch die Bäume speichern während ihrer Wachstumsjahre Kohlenstoff in ihrem Holz. Mit zunehmendem Alter nimmt der CO2-Speicher des Baumes jedoch ab.
Ein absterbender Baum gibt einen erheblichen Teil des in ihm gespeicherten CO2 wieder an die Atmosphäre ab. Ein gefällter und weiterverarbeiteter Baum hingegen konserviert einen großen Teil des gespeicherten Kohlenstoffdioxid. Deshalb kann das Fällen und Wiederaufforsten von Bäumen einen positiven Beitrag zum Klimaschutz darstellen.
Die Forst- und Landwirtschaft spielt eine aktive Rolle bei der Bindung von Kohlenstoffdioxid. Ein Teil der Emissionen aus dem Straßenverkehr oder der Industrie kann so kompensiert werden. Dank neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse (Stichwort: Carbon Farming), haben viele Landwirte ihre Arbeitsmethoden verändert, um die Speicherung von CO2 in Ackerflächen noch effizienter zu machen.