Süßkartoffel-Pommes gehören inzwischen zum Standard in vielen Burger-Restaurants. Auch in vielen anderen Speisen hat die leckere Knolle ihren Einzug gefunden. Bisher hat Deutschland Süßkartoffeln fast ausschließlich importiert, doch angesichts ihrer großen Beliebtheit ändert sich dies: Immer mehr Landwirte bauen das Gemüse auf ihren Äckern an. Bisher bleibt die Süßkartoffel jedoch weiterhin ein Nischenerzeugnis, das nicht flächendeckend gepflanzt wird. Wir zeigen Dir in diesem Beitrag, wie wir Süßkartoffeln anbauen und was das Gemüse so besonders macht.
Ipomoea batatas – die Botanik der Süßkartoffel
Auch wenn sie den Namen Kartoffel in sich trägt – mit unserer heimischen Kartoffel ist die Süßkartoffel nur entfernt verwandt. Sie gehört zur Familie der Windengewächse und stammt aus den tropischen Gebieten Südamerikas. Neben den in Deutschland am meisten angebauten Sorten mit orangefarbenem Fruchtfleisch gibt es auch Süßkartoffeln mit einem weißen und lilafarbenen Fruchtfleisch. Anders als bei unserer heimischen Kartoffel sind die Blätter der Süßkartoffel nicht giftig und können roh oder gekocht verzehrt werden. Sie schmecken jedoch leicht bitter.
Vom Anbau zur Ernte
Standort und Boden: Die Süßkartoffel wächst am besten in leichten, sandigen Böden mit viel Licht und Wasser. Böden, in denen sich Nässe schnell staut, sind für den Anbau zu vermeiden.
Aussaat und Pflanzung: Süßkartoffeln stammen aus tropischen Gebieten und mögen es folglich warm. Die Aussaat beginnt frühestens Anfang Mai, wenn es keinen Bodenfrost mehr gibt und die Temperaturen auch nachts nicht mehr unter 10 Grad Celsius fallen. Im Abstand von etwa 70 cm pflanzen wir die Süßkartoffeln in Reihen.
Wachstum der Pflanze: Je nach Sorte dauert die Wachstumsphase der Süßkartoffel 90 bis 130 Tage. Sie gedeiht am besten bei relativ hohen Temperaturen zwischen Juni und August. Die Süßkartoffel ist insgesamt anspruchslos – nur ausreichend Wasser und Wärme braucht sie für ein optimales Wachstum. Der wichtigste Schädling der Süßkartoffel sind Mäuse, die die unter der Erde liegenden Knollen anfressen.
Ernte und Nachbehandlung: Bei der Ernte mähen wir zunächst das überirdische Grün der Pflanze ab. Anschließend ernten wir die Knollen, indem wir sie mit speziellen Maschinen aus dem Boden heben. Dabei ist große Vorsicht geboten, da die Knollen schnell brechen oder Kratzer erleiden und sich dann nicht mehr für die Vermarktung im Einzelhandel eignen. Um die Schale weniger empfindlich und die Knolle lange lagerfähig zu machen, ist ein weiterer Arbeitsschritt nötig: Das sogenannte Curing. Dazu lagern wir die Knollen etwa fünf Tage bei einer Temperatur von circa 30 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit ein.
Lagerung: Nach dem Curing ist die Süßkartoffel bei Temperaturen zwischen 12 und 16 Grad bis zu 12 Monate haltbar. In Deinem Zuhause eignet sich am besten der Keller oder die Speisekammer, in der es dunkel ist. Dein Kühlschrank ist nicht zur Aufbewahrung geeignet, denn das Gemüse mag es auch nach der Ernte nicht zu kalt. Auch solltest Du Druckstellen vermeiden und die Knollen zum Schutz in Zeitungspapier einwickeln.
So gesund ist die Süßkartoffel
Süßkartoffeln sind für Menschen ein sehr wertvolles Nahrungsmittel, denn sie enthalten vieles, was unser Körper braucht: Neben Wasser, Kohlenhydraten und Zucker auch Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Ihre orangefarbene Färbung erhält das Gemüse durch das enthaltene Beta-Carotin, was im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird und das Zellwachstum im Körper reguliert. Im Vergleich zur heimischen Kartoffel hat die Süßkartoffel deutlich weniger Kalorien und ist deshalb auch für Diabetiker gut geeignet.
Zubereitung von Süßkartoffeln
Süßkartoffeln sind unglaublich vielfältig und eignen sich zur Zubereitung herzhafter und süßer Speisen. Aus amerikanischen Thanksgiving- Rezepten sind sie gar nicht wegzudenken, denn was wäre der süße Auflauf ohne Süßkartoffeln? Doch auch in herzhaften Gerichten wie Suppen oder als Pommes macht sich die leckere Knolle gut.
Süßkartoffel-Auflauf mit Marshmallows: Koche 1 kg ungeschälte Süßkartoffeln etwa 20 Minuten in Wasser, bis sie weich sind. Anschließend pellen und mit einem Stampfer zerkleinern. Die Süßkartoffelmasse mit etwas Butter, Vanilleextrakt, Muskat, Zimt, Salz und 150 g Zucker vermischen. In eine Auflaufform geben, mit gehackten Pekannüssen bestreuen und mit Marshmallows belegen. Etwa 15 Minuten im Ofen backen oder bis die Marshmallows braun anlaufen.
Süßkartoffel-Suppe: Schäle Süßkartoffeln und Möhren und schneide sie in kleine Stücke. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer klein hacken und in Olivenöl anbraten. Die Möhren und Süßkartoffeln hinzugeben, mit Brühe ablöschen und etwa 20 Minuten köcheln lassen. Alles pürieren und Creme fraiche oder alternativ Kokosmilch unterrühren. Abschließend mit Salz, Pfeffer und Curry abschmecken.
Süßkartoffel-Pommes: Schäle die Süßkartoffeln und schneide sie in etwa 1 cm dicke Streifen. In einer großen Schüssel mit Olivenöl und Meersalz vermengen. Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt und Du kannst auch andere Gewürze wie Pfeffer, Chili, Paprika oder Kurkuma hinzufügen. Im vorgeheizten Ofen etwa 20 Minuten backen, dabei nach der Hälfte der Zeit die Spalten wenden. Dazu schmeckt Sour Cream oder ein anderer Dip Deiner Wahl.
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