Agroforstwirtschaft bezeichnet ein System der Doppellandnutzung, bei dem Gehölze (Sträucher oder Bäume) mit Ackerbau oder Grünland kombiniert werden. Ziel ist, positive Wechselwirkungen aus beiden Systemen für die Ökologie und die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten zu generieren.
Agroforstsysteme stärken die Natur und das ökologische Gleichgewicht, wirken sich aber auch positiv auf die wirtschaftlichen Prozesse von landwirtschaftlichen Betrieben aus. Diese Nutzen zeigen sich erst langfristig, da das Wachstum von Bäumen und Sträuchern zunächst mehrere Jahre benötigt und sich tiefergreifende Änderungen im ökologischen Zusammenspiel erst nach Jahren bemerkbar machen.
Agroforst steht für nachhaltige Landwirtschaft, welche die Natur schützt und auch die Landwirtschaft resilienter gegenüber klimatischen Einflüssen macht.
Die ökologischen Vorteile der Agroforstwirtschaft wirken sich auch positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe aus:
Der Aufbau eines Agroforstsystems ist ein langfristiger und zunächst kostenintensiver Prozess. Schließlich kann es bis zu 10 Jahre dauern, bis die Gehölze die notwendige Höhe und das notwendige Alter erreicht haben. Zudem müssen sich die Landwirtinnen und Landwirte langfristig an den Nutzungszweck der Fläche binden. Dies macht sie weniger flexibel in der Flächennutzung.
Agroforstwirtschaft geht mit einem höheren Arbeitsaufwand einher, denn neben den Kulturpflanzen müssen Bäume und Sträucher gepflegt und zurückgeschnitten werden. Je nach Abstand zum Acker beeinträchtigt dies den Gebrauch von großen Landmaschinen, wie Treckern oder Mähdreschern.
Agroforstsysteme sind sehr vielfältig und bieten den landwirtschaftlichen Betrieben je nach Standort unterschiedliche Möglichkeiten. Die wahrscheinlich bekannteste Form der Agro-Landwirtschaft in Deutschland sind Streuobstwiesen. Hier wachsen Obstbäume auf einer Wiese, die zudem als Futterquelle für Nutztiere wie Rinder oder Schafe genutzt werden. Doch Agro-Landwirtschaft lässt sich auch auf andere landwirtschaftliche Flächen anwenden, die in Deutschland bisher weniger vertreten sind und für die deshalb zum Teil englischsprachige Begriffe geläufig sind:
Beim Alley-Cropping werden Bäume oder Sträuche in Reihen parallel angepflanzt. Zwischen diesen „Alleen“ befinden sich konventionelle Ackerbaukulturen, wie Mais und Getreide.


Hierbei werden bestimmte Nutzpflanzen, die zum Klima und den anderen Pflanzen des Ökosystems passen, in Waldflächen angebaut.Hierzu zählen insbesondere Blumen, Heilkräuter, Pilze oder Beeren.
Um Ackerflächen vor starken Winden zu schützen, werden in vielen Ländern oft Hecken quer zur Windrichtung in mehreren Reihen angepflanzt. Diese Hecken leisten auch – neben dem Schutz – auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.


Agroforstsysteme schützen Ackerflächen, die sich nah an Flüssen und Gewässern befinden, die zur Überschwemmung neigen. Gleichzeitig liefern die im Schutzstreifen angebauten Gehöze, wie Nussbäume und Beerensträucher, wertvolle Erträge.