Landwirtschaftliche Produkte aus Deutschland: Regionen, Saison und Erzeugung im Überblick

Auch wenn wir in Deutschland keine unterschiedlichen Klimazonen haben – dennoch, unterscheiden sich das Klima das Wetter und die geologischen Gegebenheiten an der Nordsee sind anders als in der Pfalz oder im Badenland. Diese unterschiedlichen Bedingungen wirken sich auf das Wachstum verschiedener Pflanzensorten aus – zum Vorteil für unsere heimische Landwirtschaft.

Denn es ermöglicht uns, eine große Vielfalt an Erzeugnissen zu produzieren. Egal, ob Veganer, Flexitarier oder Fleischliebhaber – die deutsche Landwirtschaft erzeugt Lebensmittel für jeden Geschmack und jede Ernährungsweise.

Wir zeigen Dir, welche Nutzpflanzen in Deutschland besonders gut gedeihen und welche Regionen sich auf Tierhaltung spezialisiert haben. Dabei legen wir einen besonderen Fokus auf unser Bundesland Nordrhein-Westfalen, das zugleich eines der wichtigsten „Agrarländer“ Deutschlands ist.

Der Selbstversorgungsgrad beschreibt, wie viel des rechnerischen Bedarfs durch die heimische Landwirtschaft gedeckt wird. Über alle Nahrungsmittel hinweg lag er in Deutschland im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre bei 83 Prozent. Bei einzelnen Produktgruppen fällt er jedoch sehr unterschiedlich aus.

Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): „Der Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln in Deutschland“ (2025) (https://www.ble.de/SharedDocs/Downloads/DE/BZL/Informationsgrafiken/250227_Selbstversorgungsgrad.html)

Saisonal essen – deutsche Erzeugnisse im Jahresüberblick

Vom Spargel über zahlreiche Beeren bis hin zu Pflaumen, Kohl und Kürbis – das ganze Jahr über kannst Du eine große Vielfalt an frischen heimischen Obst- und Gemüsesorten im Einzelhandel finden. Weil das Angebot stetig wechselt, können wir eine Vielfalt an Nahrungsmittel je nach Saison genießen.

Im Saisonkalender für das ganze Jahr geben wir Dir einen Überblick, wann welche landwirtschaftlichen Produkte reif sind und geerntet werden. Besonders im Mai steigert sich das Angebot regionaler Sorten bis es im August seinen Höhepunkt erreicht. Doch auch der Herbst bietet mit der Ernte von Äpfeln, Birnen und Kürbissen eine große Vielfalt.

  • Januar bis März: Lagergemüse und -obst wie Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln, frisches Wintergemüse wie Grünkohl, Feldsalat oder Winterporree, Champignons aus dem Gewächshaus
  • April: Spargel, Erdbeeren, Rhabarber, Freiland-Spinat, frische Kräuter
  • Mai: Spargel, Erdbeeren, Kartoffeln, Salate, Kohlrabi, Blumenkohl, Radieschen
  • Juni: Zuckerschoten, Erbsen, Beerenobst, Kartoffeln, Salate, Kohlsorten
  • Juli: Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Gurken, Tomaten und das Juni-Angebot
  • August: Auberginen, Paprika, Kürbis, Birnen, Brombeeren und viele Salat-, Kohl- und Kernobstsorten
  • September: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Weintrauben, Mais, Karotten, Pastinake und viele Salat- und Kohlsorten
  • Oktober: Grünkohl, Rosenkohl, Lauch, viele Salat-, Rüben- und Kohlsorten
  • November: Chicorée, Knollensellerie, Schwarzwurzel und verschiedene Kohlsorten
  • Dezember: Pastinake, Grünkohl, Feldsalat und viele Kohl- und Rübensorten aus Lagerbeständen

2025 wurden in Deutschland rund 4,5 Millionen Tonnen Gemüse geerntet. Speisezwiebeln lagen mit rund 903.300 Tonnen vorn, gefolgt von Karotten mit rund 865.700 Tonnen und Weißkohl mit rund 507.500 Tonnen. Gerade diese lagerfähigen Kulturen zeigen, warum saisonales Essen und saisonale Verfügbarkeit auch im Winter vielfältig sein kann.

Quelle: Statistisches Bundesamt: „Gemüseernte erreicht 2025 neuen Höchststand“ (2026) (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_065_412.html)

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Infografik Landwirtschaftliche Produkte aus Deutschland

Neue landwirtschaftliche Produkte in Deutschland angesichts steigender Temperaturen

Ohne Zweifel – der Klimawandel stellt uns alle vor große Herausforderungen. Viele land- und forstwirtschafliche Betriebe kämpfen mit den Folgen niederschlagsarmer Perioden. Doch der Klimawandel bietet auch Chancen für die Landwirtschaft: Sorten, die sonst bisher nur in wärmeren Gegenden der Erde gewachsen sind, können wir nun auch bei uns anpflanzen.

Das beste Beispiel ist die Süßkartoffel. Sie stammt aus Mittel- und Südamerika, inzwischen wird sie auch erfolgreich in Deutschland angebaut, wenn wir auch weiterhin den Großteil unseres Bedarfs durch Importe decken müssen. Doch das könnte sich ändern, denn die warmen Temperaturen des Frühlings und der späte Herbsteintritt sind ideal für den Anbau von Süßkartoffeln.

Höhere Temperaturen eröffnen zusätzliche Anbaumöglichkeiten,erhöhen aber zugleich das Risiko durch Trockenheit, Starkregen, Spätfrost undneue Schaderreger. Betriebe passen deshalb Sortenwahl, Aussaattermine,Fruchtfolgen und Bodenbearbeitung an. Der Anbau von Sojabohnen hat sich inDeutschland in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet; ob eine Kultur aufeinem Standort funktioniert, entscheidet jedoch weiterhin vor allem dasZusammenspiel aus Wasser, Boden und Wetter.

Quelle: Umweltbundesamt: „Anpassung: Handlungsfeld Landwirtschaft“ (o. J.) (https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/anpassung-auf-laenderebene/anpassung-handlungsfeld-landwirtschaft)

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Süßkartoffeln werden auch in Deutschland angebaut

Nordrhein-Westfalen als Landwirtschaftsland

Knapp die Hälfte der Gesamtfläche von NRW – 48,3 Prozent – wird land- und forstwirtschaftlich genutzt. Damit ist unser Bundesland ein wichtiger Agrarstandort.

Von großer Bedeutung sind der Anbau von Getreide und Futtermais. Doch auch Karotten, Zuckerrüben und Kartoffeln gehören zu wichtigen Erzeugnissen in unserer Region:

Die vorläufige Bodennutzungshaupterhebung 2025 zeigt folgende Flächenschwerpunkte in NRW. Die Prozentwerte beziehen sich auf die gesamte Ackerfläche und machen sichtbar, wie unterschiedlich die Kulturen den Ackerbau prägen:

•     Getreide: 553.700 Hektar, das entspricht 51,7 % der Ackerfläche

•     Mais zusammen: 282.900 Hektar, das entspricht rund 26,4 % der Ackerfläche; davon 210.400 Hektar Silomais und 72.500 Hektar Körnermais

•     Winterraps: 57.400 Hektar, rund 5,4 % der Ackerfläche

•     Zuckerrüben: 57.200 Hektar, rund 5,3 % der Ackerfläche

•     Kartoffeln: 47.800 Hektar, rund 4,5 % der Ackerfläche

•     Weitere rund 6,7 % der Ackerfläche entfallen auf andere Kulturen, zum Beispiel Hülsenfrüchte und Feldgemüse, sowie auf Brache und sonstige Nutzungen

Quelle: IT.NRW: „Flächen für Weizenanbau im Jahr 2025 gestiegen“ (2025) (https://www.it.nrw/nrw-flaechen-fuer-weizenanbau-im-jahr-2025-gestiegen)

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Landwirtschaftliche Produkte: Was wächst in welcher Region?

Was auf den Höfen wächst oder gehalten wird, hängt von Boden, Wetter und den Betrieben vor Ort ab. Auch Molkereien, Mühlen, Zuckerfabriken oder Vermarktungswege spielen eine Rolle: Sie entscheiden mit darüber, welche Produkte eine Region besonders prägen.

Hier ein Überblick zu den drei Bundesländern mit der größten Agrarproduktion.

Bundesland / Region Typische Erzeugnisse Was die Schwerpunkte prägt
Nordrhein-Westfalen Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Gemüse sowie Schweine- und Rinderhaltung Fruchtbare Ackerbauregionen, Verarbeitungsbetriebe und kurze Wege zu vielen VerbraucherInnen.
Niedersachsen Kartoffeln, Gemüse, Äpfel im Alten Land sowie Schweine- und Geflügelhaltung Unterschiedliche Böden, große Anbauflächen und spezialisierte Vermarktungswege.
Bayern Milch, Grünland, Getreide und Hopfen Viele Grünlandregionen und eine lange Tradition in der Milch- und Brauwirtschaft.

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Die Vielfalt unserer Obst- und Gemüsesorten

Diese Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen, wie vielfältig Obst- und Gemüsebau in NRW ist. Für VerbraucherInnen wird daran sichtbar: Viele Produkte wachsen regional, ihre Menge kann sich durch Wetter, Anbaufläche und Ertrag von Jahr zu Jahr deutlich verändern.

•     Äpfel: 82.237 Tonnen in NRW

•     Birnen: 5.306 Tonnen in NRW

•     Erdbeeren: 30.700 Tonnen in NRW

•     Strauchbeeren: 8.423 Tonnen in NRW

•     Weißkohl: 73.000 Tonnen in NRW

•     Möhren und Karotten: 293.500 Tonnen in NRW

•     Speisezwiebeln: 206.400 Tonnen in NRW

•     Spargel: 17.641 Tonnen in NRW

Quelle: IT.NRW: „Bodennutzung und Ernte“ (2025/2026) (https://www.it.nrw/thema/bodennutzung-und-ernte)

Quelle: Statistisches Bundesamt: „Flächen und Erntemengen im Marktobstbau 2025 und 2026“ sowie Gemüseerhebung 2025 (https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Obst-Gemuese-Gartenbau/Tabellen/flaechen-erntemengen-marktobstanbau.html)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), GENESIS-Online: „Betriebe mit Gemüseanbau im Freiland, Anbaufläche, Erntemenge: Deutschland, Jahre, Gemüsearten“, Tabelle 41215-0002 (Stand: 21.08.2026)

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Gemüseanbau in Deutschland

Nutztiere in NRW

Mehr als 212 Millionen Nutztiere leben in Deutschland – das sind etwa 2,5 Tiere pro Einwohner. Ob Fleisch, Eier oder Milchprodukte – die Schwerpunkte der deutschen Nutztierhaltung liegen in Bayern, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen.

Tierhaltung in NRW

Tierhaltung ist ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Rinder, Schweine und Legehennen liefern unter anderem Milch, Fleisch und Eier. Besonders im Münsterland prägt die Veredelungswirtschaft viele Betriebe: Dabei werden Futtermittel wie Getreide oder Mais in der Tierhaltung zu Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Eiern weiterverarbeitet. Die Bestandszahlen zeigen zugleich, wie unterschiedlich die Tierhaltung in den Regionen des Landes verteilt ist.

Aktuelle Bestände in NRW:

•     Rinder insgesamt: 1,23 Millionen Tiere (3. November 2025)

•     darunter Milchkühe: rund 367.000 Tiere (3. November 2025)

•     Schweine: 5,88 Millionen Tiere (3. November 2025)

•     Legehennen: 5,08 Millionen Tiere (2025; Betriebe ab 3.000 Haltungsplätzen)

Quelle: IT.NRW: „Viehbestand und tierische Erzeugung“ (2025) (https://www.it.nrw/thema/viehbestand-und-tierische-erzeugung)

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Landwirtschaft in Deutschland Haltung von Kühren

Weiterverarbeitende Betriebe landwirtschaftlicher Produkte

Was wäre die Landwirtschaft ohne Betriebe, die ihre Erzeugnisse weiterverarbeiten? Die Mühlen, die aus Getreide Mehl mahlen? Die Zuckerfabriken, die aus Zuckerrüben Zucker herstellen? Die Bäckereien, die aus dem Mehl und Zucker leckere Kuchen und Brötchen backen? Die Schlachthöfe und Fleischverarbeiter, die Würste und Schinken liefern? Die Molkereien, die aus Milch Joghurt und Sahne werden lassen?

Auch von diesen Unternehmen finden sich viele in unmittelbarer Nähe unserer Betriebe und stellen sicher, dass Deine Lebensmittel in der Region weiterverarbeitet werden. Am Beispiel von Milch zeigen wir, wie viele Milchprodukte jeder von uns im Schnitt pro Jahr verbraucht.

Pro-Kopf-Verbrauch von Milchprodukten

Aktuelle rechnerische Verbrauchswerte pro Kopf für 2025:

•     Konsummilch: 45,1 Kilogramm

•     Käse: 26,4 Kilogramm

•     Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse: 5,6 Kilogramm

Quelle: BMEL-Statistik: „Versorgung mit Milch und Milcherzeugnissen in Deutschland“ (2026) (https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung/versorgungsbilanzen/milch-und-milcherzeugnisse)

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Käseherstellung in Deutschland

Weil jeder von uns im Schnitt 25 kg Käse pro Jahr ist, gehört die Herstellung von Käse zu einem wichtigen Produktionszweig in der Milchindustrie. Rund 150 Sorten Käse werden in Deutschland produziert – von mild bis würzig und pikant, mit oder ohne Edelschimmel. Rund 23 deutsche Käserezepte sind sogar EU-weit geschützt. Darunter auch der aus dem ostwestfälischen Nieheim stammende „Nieheimer Käse“, ein eiweißreicher Sauermilchkäse.

Trotz moderner Technologien ist das Prinzip der Käseherstellung gleichgeblieben: Um einen Laib herzustellen, wird zunächst eine große Menge Milch gebraucht. Für ein Kilogramm Käse werden, je nach Sorte, zwischen 13 und 15 Liter Milch gebraucht. Um einen 75 kg Laib Emmentaler herzustellen, werden also etwa 1.000 Liter Milch benötigt. Mithilfe von Labenzymen und Milchsäurebakterien wird die Milch dickgelegt.

Der entstehende Bruch wird zerteilt und trennt sich von der Molke – so verliert der Käse bereits sehr viel Flüssigkeit. Danach wird der Bruch in Formen gefüllt und weiter gepresst – so wird seine Konsistenz immer fester. Salzlake, unterschiedliche Reifeprozesse, Zusätze von Pilzkulturen und andere Zutaten geben dann jedem Käse seinen ganz eignen Geschmack.

Käseplatte mit Käse aus Deutschland

Landwirtschaftliche Produkte aus Deutschland: Häufige Fragen

In Deutschland wachsen unter anderem Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Gemüse, Obst und Wein. Welche Kulturen eine Region prägen, hängt von Boden, Klima, Wasserverfügbarkeit und den Betrieben vor Ort ab.

Ein Saisonkalender zeigt, wann Obst und Gemüse in Deutschland frisch geerntet werden. Herkunftsangaben im Handel oder auf Wochenmärkten helfen zusätzlich bei der Orientierung. Im Winter kommen viele heimische Produkte aus dem Lager, etwa Äpfel, Kartoffeln, Zwiebeln oder Kohl.

Nein[cite: 9]. Der Selbstversorgungsgrad lag über alle Nahrungsmittel in Deutschland im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre bei rund 85 Prozent. Bei manchen Produkten ergänzt der Handel das Angebot durch Importe, etwa wegen der Jahreszeit, des Klimas oder der Nachfrage.

Ob Milch, Kartoffeln, Äpfel oder Wein: Niederschlag, Temperatur, Böden und die Nähe zu Verarbeitungsbetrieben beeinflussen, was auf den Höfen angebaut oder gehalten wird.

Wetter, Spätfrost, Trockenheit, Starkregen, Krankheiten und der Erntezeitpunkt können den Ertrag beeinflussen. Zahlen aus einem Erntejahr beschreiben deshalb eine Saison, nicht automatisch jede kommende Ernte.

Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): „Der Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln in Deutschland“ (2025) (https://www.ble.de/SharedDocs/Downloads/DE/BZL/Informationsgrafiken/250227_Selbstversorgungsgrad.html)

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