Herbstzeit ist Kürbiszeit! Die Kürbissaison startet in Deutschland bereits im Spätsommer und hat im Herbst ihren Höhepunkt. Spätestens ab September kannst Du eine große Auswahl an Kürbissorten im Handel, auf dem Wochenmarkt oder beim Hofverkauf nebenan kaufen. Wir lieben Kürbisse nicht nur wegen ihrer Farbe und ihrer unverwechselbaren Formen – viele Kürbisse sind essbar und überzeugen auch mit ihrem guten Geschmack. Als Kürbissuppe, Ofenkürbis oder als gefüllter Kürbis kommen die verschiedensten Sorten auf unsere Teller oder dekorieren zu Halloween unsere vier Wände.
Wir zeigen Dir, was Kürbisse so besonders macht, wie wir als Landwirte und Landwirtinnen Kürbis anbauen, welche Kürbissorten es gibt und wie Du Kürbisse am besten zubereiten kannst.

Baby Bear, Hokkaido, Butternuss-Kürbis, Spaghetti-Kürbis, Bischofsmütze, Gelber Zentner – die Anzahl an essbaren Kürbissorten ist riesig. Etwa 850 Sorten gibt es weltweit. In Deutschland sind ein paar Kürbisse besonders beliebt.
Der Hokkaido-Kürbis ist einer der beliebtesten Kürbissorten in Deutschland. Das liegt an seinem leckeren Geschmack und an seiner unkomplizierten Verarbeitung. Denn die Schale des Hokkaidos kannst Du einfach mitessen. Bei der Zubereitung musst Du ihn deshalb nicht schälen, sondern kannst den gesamten Kürbis, bis auf den Strunk als Kürbissuppe einkochen oder im Ofen braten.
Wie der Name schon verrät, überzeugt der sogenannte Butternuss-Kürbis mit seinem nussigen und leicht buttrigen Aroma. Er eignet sich vor allem für Suppen, schmeckt in Stücke geschnitten und gebraten auch sehr lecker als Kürbissalat gemischt mit Äpfeln, Nüssen und Ziegenkäse. Zwar ist die Schale essbar, aber sehr hart. Du solltest ihn deshalb am besten vor der Zubereitung schälen.
Er trägt seinen Namen nicht zu Unrecht. Das Fruchtfleisch des Spaghetti-Kürbisses wird nach dem Kochen oder Backen faserig und erinnert ein wenig an Spaghetti. Wenn Du ihn halbierst und circa eine halbe Stunde in den Ofen gibst, dann wird er weich. Das Fruchtfleisch lässt sich mit einer Gabel lösen und Du kannst es zusammen mit Nudeln und einer Soße essen. Durch seine gute Lagerfähigkeit ist der Spaghetti-Kürbis bis in den Januar hinein im Handel erhältlich.
Dieser Kürbis trägt viele Namen, denn sein Aussehen ist ganz besonders. Er ist relativ klein und hat einen wulstigen Körper. Die Bischofsmütze sieht ganz besonders aus und ist dabei auch noch essbar. Lediglich die Schale solltest Du nicht verzehren. Du kannst ihn wunderbar als gefüllten Kürbis zubereiten, bei dem die Hülle als dekorative Schale dient. Dafür den Kürbis einfach aushöhlen, mit Zutaten deiner Wahl anbraten, wieder in den Kürbis füllen und anschließend mit Käse im Ofen überbacken.
Der gelbe Zentner ist einer der größten Kürbisse. Mit seinem Rillenmuster und der gelb-orangenen Farbe eignet er sich perfekt für die Dekoration an Halloween. Sein wässriges Fruchtfleisch lässt sich gut aushöhlen und er bietet genügend Platz, um gruselige Muster zu schnitzen. Das Fruchtfleisch des gelben Zentners lässt sich als Suppe zubereiten, eignet sich aber auch perfekt zum Einlegen oder als Grundlage für Marmelade und Kürbis-Chutney.
Der Erntezeitpunkt von Kürbissen symbolisiert wie kaum ein anderes Gemüse den Beginn des Herbstes. Weil es so viele verschiedene Kürbissorten gibt, erstreckt sich die Erntezeit über mehrere Monate.
Bei den vielen Kürbissorten gibt es eine wichtige Unterscheidung: Es gibt Speisekürbisse, die essbar sind, und ungenießbare Zierkürbisse. Zierkürbisse enthalten den giftigen Bitterstoff Cucurbitacin, der Bauchschmerzen und Übelkeit verursachen kann. Deshalb solltest Du Zierkürbisse ausschließlich zur Dekoration verwenden. Doch wie unterscheidet man Zier- von Speisekürbissen?
Wenn Du dennoch unsicher bist, ob Du eine essbare Kürbissorte vor dir hast, schneide ihn auf und probiere ein kleines Stück Fruchtfleisch. Schmeckt es bitter, handelt es sich wahrscheinlich um einen Zierkürbis und Du solltest das Fruchtfleisch sofort ausspucken.
Kürbis ist nicht nur ein kulinarischer Genuss im Herbst, sondern auch ein echtes Superfood. Er hat wenige Kalorien und viele wertvolle Inhaltsstoffe: Das orangefarbene Fruchtfleisch verrät, dass Kürbis viel Beta-Carotin enthält, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. Auch die Vitamine C und E, Kalium, Magnesium und Folsäure sind im Fruchtfleisch des Kürbisses enthalten.
Zudem haben die Kürbiskerne es in sich. Besonders die Kerne der Ölkürbisse enthalten einen hohen Prozentanteil Öl mit ungesättigten Fettsäuren. Aus ihnen wird Kürbisöl gepresst, welches eine positive Wirkung auf Herz und Kreislauf hat. Kürbiskerne enthalten Proteine, Magnesium, Zink, Kupfer und Eisen und sind somit ein sehr gesunder Snack.
Wie die Tomate ist auch der Kürbis eigentlich kein Gemüse: Aus botanischer Sicht gehört er zu den Beeren und ist ein Fruchtgemüse. Weltweit gibt es über 850 Sorten, die zur Familie der Kürbisgewächse zählen. Die in Deutschland beliebteste Sorte ist die aus Japan stammende Züchtung „Hokkaido“.
Bei vielen anderen Kürbisnamen inspirierte das Aussehen der Sorte die Namensgebung. So ist „Blue Banana“ ein länglicher, leicht bläulich-schimmernder Speisekürbis. Der Flaschenkürbis hat einen bauchigen Teil, dem ein langer Hals aufsitzt. Die Bischofsmütze hat ein flaches Unterteil mit einem andersfarbigen, mützenartigen Absatz.
Kürbisse sind einjährige, auf dem Boden rankende Pflanzen. Die mit steifen Haaren besetzten Stängel können bis zu 10 Meter lang wachsen. Auch die großen, meist fünflappigen Blätter und die gelben, glockenförmigen Blüten sind bei allen Kürbissorten zu finden. An den Blüten entwickeln sich dann die unterschiedlichen Früchte.

Kürbis galt früher als Arme-Leute-Essen und wurde wenig angebaut – heute ist der Kürbisanbau wieder mehr in den Fokus der Landwirtschaft gerückt. Im Jahr 2018 haben wir in Nordrhein-Westfalen auf 781 Hektar Kürbisse angebaut und insgesamt rund 14300 Tonnen geerntet. Auch die Gewinnung von Kürbisöl hat sich erhöht. Deshalb bauen wir zunehmend Ölkürbisse an, deren Kerne besonders viele Öl enthalten. Beim Kürbisanbau ist der Standort das Wichtigste.
Kürbisse stammen aus einer wärmeren Klimazone aus Süd- und Mittelamerika. Deshalb ist ein windgeschützter, sonniger Standort die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Kürbiswachstum. Sie benötigen einen mittelschweren bis leichten Boden mit viel Humus, der Wasser speichert und sich schnell aufwärmt.
Kürbisse produzieren enorm große Früchte und brauchen entsprechende Nährstoffe für ihr Wachstum. Kompost oder Stallmist eigenen sich besonders gut, um den Boden für den Kürbis vorzubereiten. Ein gut bewässerter Boden ist außerdem wichtig.
Die Samen werden im Freiland ab Mai direkt in den Acker gesät. Alternativ können die Samen im Gewächshaus vorgezogen und bei steigenden Temperaturen bis Mitte Juni ins Freiland umgepflanzt werden.

Kürbis ist sehr widerstandsfähig und benötigt wenig Pflege. Bei längerer Trockenheit müssen die Pflanzen jedoch bewässert werden. Bei zu hoher Feuchtigkeit und stehendem Wasser fangen die auf dem Boden rankenden Pflanzen leicht an zu faulen – Holzbrettchen unter den sich entwickelnden Kürbissen können Fäule verhindern.
Ein Kürbis ist dann erntereif, wenn er hohl klingt. Die Ernte der Sommerkürbisse beginnt im August, Winterkürbisse können bis zum ersten Frost geerntet werden. Kürbisse reifen auch nach der Ernte noch, deshalb können unreife Exemplare an einem sonnigen, frostfreien Standort nachreifen.
An einem kühlen, luftigen Platz können Kürbisse über mehrere Monate gelagert werden. Einen angeschnittenen Kürbis solltest Du im Kühlschrank lagern und innerhalb weniger Tage verbrauchen. Du kannst den gesäuberten, ungekochten Kürbis auch problemlos einfrieren und so noch länger haltbar machen.
Kürbis wird weitgehend herzhaft zu Ofengerichten oder Suppen verarbeitet. Es gibt jedoch auch viele leckere Kürbis-Rezepte für süße Speisen. Der aus den USA stammende Pumpkin Pie, also ein Kürbiskuchen, ist wohl das bekannteste Rezept.
Kürbis-Suppe: Aus Hokkaido-Kürbis lassen sich einfach und schnell verschiedene Suppenvarianten zubereiten. Dazu den Kürbis putzen, in kleinere Stücke schneiden und etwa 15-20 Minuten in Brühe weichkochen. Zum Ende der Kochzeit eine gewürfelte Zwiebel hinzugeben und anschließend mit dem Kürbis zusammen pürieren.
Nun sind der Vielfalt keine Grenzen gesetzt: Du kannst das Kürbispüree mit Kokosmilch aufgießen und mit Ingwer, Sojasoße, Salz und Pfeffer zu einer exotischen Suppe machen. Oder Du verwendest Sahne und servierst die Suppe mit frisch gerösteten Croutons.

Gefüllter Kürbis: Auch beim gefüllten Kürbis sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Bei runden Kürbissen das obere Drittel abschneiden, birnenförmige Sorten halbierst Du am besten. Die Kerne und einen Teil des Fruchtfleisches mit einem Löffel entfernen. Das Fruchtfleisch fein würfeln und zusammen mit Zwiebel, Feta und Oliven in den ausgehöhlten Kürbis füllen. Auch Hackfleisch oder andere Gemüsesorten eignen sich zum Füllen. Mit Käse bestreuen und im Ofen etwa 40 Minuten backen.
Kürbisrisotto: Für ein Kürbisrisotto den Kürbis weichkochen und zu Püree verarbeiten. Inzwischen den Reis wie bei allen Risottorezepten in Weißwein und Brühe kochen und Parmesan hinzufügen. Das Kürbispüree untermischen, mit Salz und Pfeffer würzen und mit gerösteten Kürbiskernen servieren.
Kürbis-Porridge: Warme Haferflocken sind nicht jedermanns Geschmack. Kürbispüree, geriebener Apfel, Zimt und ein Esslöffel Honig oder Agavensirup peppen das Frühstücksgericht hingegen auf und wärmen an einem kalten Wintermorgen.